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Spurenelementversorgung

Lektüren im Netz bezüglich der Düngung der Orchideen beschreiben meistens Versorgung mit Makronährstoffen, manchmal findet man Erklärungen, wofür Spurenelemente notwendig sind. Über richtige Dosierung der Spurenelemente findet man nichts, jedenfalls nichts deutschsprachiges.

Dabei bedeutet ausgewogene Spurenelementversorgung nicht weniger als richtige NPK-Düngung. Das Optimum liegt in einem engen Bereich (s. Tabelle unter dem Absatz), Über- wie Unterdosierung wirken sich schneller und schwerwiegender aus als bei Hauptnährstoffen. Bei Mangel können diverse Prozesse nicht stattfinden, von einer gesunden Entwicklung der Pflanze kann dann keine Rede sein, Symptome sind je nach Element von Wuchsminderung und Nachlassen der Blühfreudigkeit über Chlorosen bis zum Eingehen der Pflanze. Zu hohe Gaben können Vergiftungen hervorrufen.

Leser fragen sich jetzt bestimmt, warum deren Pflanzen denn überhaupt überlebt haben und blühen auch noch, wenn alles so ernst ist. Die notwendigen Stoffe sind natürlich im Substrat meistens enthalten. Ich habe Phalaenopsen gesehen, die mindestens 8 Jahre nicht gedüngt und nicht umgetopft wurden und trotzdem blühen, auch wenn die nicht gerade gesunden Eindruck machen. Bei nährstoffarmen Substraten, Hydrokultur, Aufgebundenen und bei stark wachsenden Gattungen ist die Düngung bekanntermaßen unentbehrlich, die Spurenelementversorgung ist auf jeden Fall an die Düngung mit Makronährstoffen anzupassen.

Im Folgenden wird die Rolle der Mikronährstoffe beschrieben und die Dosierempfehlungen im Verhältnis zu N-Gaben werden anhand der Untersuchungsergebnisse des Instituts für Bodenkunde und Pflanzenernährung der FH Weihenstephan gemacht. Die Daten, Fotos und Mangel- bzw. Überdüngungssymptome bei Orchideen stammen aus dem Buch von Dr. Gertrud Fast „Orchideenkultur“, 3.Ausgabe. Dosierung bezieht sich auf die Größenordnung der NPK-Düngung 67-53-(67 bis 110)mg/l, bei höheren oder niedrigeren NPK-Werten sind die Spurenelemetegaben entsprechend anzupassen.

EISEN

Beteiligt als Katalysator für Photosynthese und an der Blattgrünbildung. Notwendig für Bildung der Nukleinsäure der Kohlenhydrate und für den Stoffwechsel. Bestandteil vieler Stoffwechsel-Enzyme. Wichtig für die Energieübertragung.

Mangelsymptome: Aufhellung und Vergilbung der Blätter, an den jüngsten beginnend, aber ohne Verbraunung. Die kräftigeren Blattnerven bleiben grün. Keine Knospenbildung.

 

Überdosierung: bei Phalaenopsis und Cattleya verminderte Wüchsigkeit und abnehmender Blütenertrag.

Dosierempfehlung: 2,5mg/l

Zu berücksichtigen ist, dass das Eisen in den Düngerlösungen nur chelatisiert beständig bleibt, sonst oxidiert es und fällt aus. Komplexe haben allerdings Nachteile, mit denen der Anwender umgehen können sollte.

Chelate sind Verbindungen, bei denen ein mehrzähniger Ligand (besitzt mehr als ein freies Elektronenpaar) mindestens zwei Koordinationsstellen (Bindungsstellen) des Zentralatoms einnimmt. Der Ligand heißt in diesem Fall Chelator (griech. Χηλή, chele für „Krebsschere" ). Beim Zentralatom handelt es sich meistens um ein zweifach positiv geladenes Metallion (etwa Fe2+, Cu2+). Liganden und Zentralatom sind über koordinative Bindungen verknüpft. Das bedeutet, das bindende Elektronenpaar wird allein vom Liganden bereitgestellt.

Je nach verwendetem Ligand gibt es diverse Eisen-Chelate mit unterschiedlichen Eigenschaften. Relevant für uns sind pH-Werte, bei denen die Chelate zerstört werden und das Eisen nicht wasserlöslich wird, und Eisen-Pflanzenverfügbarkeit. pH-Werte geben die Hersteller an, aber inwiefern Eisen für die Orchideen verfügbar ist, weiss kein Mensch. Im Buch ist nicht angegeben, um welche Eisenform es sich handelt, für die Mangelbehebung wird EDDHA-Chelat mit 6% Eisen empfohlen. Für jedes Eisen-Chelat und auch für jede Orchideengattung bedarf es wohl eine gesonderte Dosierung, welche der User selbst durch eigene Versuche herauszufinden hat, o.g. Empfehlung ist dementsprechend nur ein Richtwert und keine feste Größe.

Meistverbreitet ist Chelat von EDTA (Ligand ist hier Ethylendiamintetraessigsäure), haltbar bis pH 7,0, dieses verwende ich auch. Ich habe festgestellt, dass meine Vandeen, meistens JP, sich bei den doppelten Eisengaben am besten fühlen, Wüchsigkeit erhöhte sich bemerkbar. Um genauer zu sein, werden die alle 2 Tage mit Düngerlösung besprüht, welche 34 mg/l N und 2,5 mg/l Fe als EDTA-Chelat enthält. Die Frauenschuhe und Zygopetalen, die im Substrat mit pH >7 wachsen, werden ebenfalls alle zwei Tage besprüht mit Spurenelementen-Lösung mit gleichem Fe-Anteil und fühlen sich prächtig, keinerlei negative Symptome.

Am günstigsten ist Eisenkomplex mit Huminsäure; es muß wohl Gründe geben, warum dieses in den Volldüngern nicht verwendet wird. Extrem teuer ist Chelat von  EDDHMA, welches aber in pH-Bereich von 3,5 bis 10 haltbar sein soll.

MANGAN

Enthalten in Enzymen, die an Eiweiß- u. Kohlehydratherstellung, Synthese von Chlorophyll und Vitamin C, an der Nitratreduktion mitwirken. Fördert das Wachstum gutartiger Bakterien, das Wachstum überhaupt und die Reife. Zusammenarbeit mit Eisen, Kobalt, Kohlenstoff und Kupfer, wodurch Wachstumsstörungen bei Stickstoffüberschuss vermieden werden. Für die Stoffwechselvorgänge der Pflanzen unentbehrlich.

Mangelsymptome bei Orchideen nicht beobachtet, bei Mißverhältnis zu Eisen kann leichte Chlorose auftreten.

Dosierempfehlung: 1mg/l

KUPFER

Es ist Enzymbestandteil und am Aufbau des Chlorophylls beteiligt. Schützt das Chlorophyll vor zu schnellem Abbau. Wichtigster Katalysator in alkalischen, sowie Sand-, Schlamm- und Torfböden. Wird kaum ausgewaschen, da er mit den Bodenteilchen fest verbunden ist. Verhindert weitgehend anomale Wachstumsmissbildungen bei übermäßigem Stickstoffgehalt des Bodens. Unentbehrlich für den Stoffwechsel der Pflanzen (Kohlehydrat- und Eiweißbildung).

Mangelsymptome: Wuchsminderung, bei Phalaenopsis deutliche Verschmälerung und Rotfärbung der Blätter, später Eingehen der Pflanze.

Überdosierung: allgemeiner Rückgang der Wüchsigkeit. Empfindlich sind vor allem Paphiopedillum callosum und Dendrobium phalaenopsis.

Dosierempfehlung: 0,75mg/l

MOLYBDÄN

Enzymbestandteil. Wichtig bei Stickstoffumwandlungen und Phosphatstoffwechsel in den Pflanzen, notwendig für die Eiweißherstellung.

Molybdänmangel kann in sauren Böden auftreten. Sprossdeformation, Wachstumsminderung und Chlorosen an jungen Blättern, die meistens braun werden.

Überdosierung: bei Cattleyen etwas geringeres Wachstum.

Dosierempfehlung: 0,4mg/l

BOR

Im Verdunstungsstrom der Pflanzen enthalten, wichtig für die Balance des Kalkstoffwechsels, erhöht die Widerstandsfähigkeit der Wurzeln.

Mangelsymptome: besonders bei Cattleyen Aufhellung und Fleckung der Blätter, geschwächter, sukkulenter Wuchs.

Überdosierung: Wachstumsrückgang. Empfindlich sind besonders Cymbidium und Dendrobium Phalaenopsis.

Dosierempfehlung: 0,2mg/l

ZINK

Vor allem vorkommend in den Zellen, die sich im Wachstum befinden, und in Pilzen. Es ist beteiligt an der Bildung von Blattgrün und Wuchsstoffen. Unentbehrlich für die Stoffwechselvorgänge der Pflanzen. Katalysator für alle Pflanzen. Es wird in den Wurzeln gespeichert.

Mangelsymptome: Selten. Bei Dendrobium, Phalaenopsis und Cymbidium Nachlassen der Blühfreudigkeit.

Dosierempfehlung: 0,05mg/l

SILIZIUM

Wichtig für die Zellmembranen, die Schutzhautzellen und die Länge sowie die Standfestigkeit der Pflanzenstängel.

Wenn man die Inhalte der Orchideendünger mit der o.g. Dosierempfehlungen vergleicht, stellt man fest, dass die Dünger um vielfaches weniger Spurenelemente enthalten als notwendig ist, bei mehreren ist deren Anteil nicht mal angegeben. Im Netz kann man Spurenelementenlösungen kaufen, die aber definitiv nicht speziell für Orchideen, sondern eher für Hanf abgestimmt sind, über die Inhalte ist mir nichts bekannt. Ich habe mir die Lösung selber hergestellt.

 

 

4.9.16 00:15

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